Ein Teil der infizierten Menschen entwickelt eine Erkrankung, die mittlerweile als COVID-19 bezeichnet wird. In erster Linie betrifft COVID-19 die Atemwege. Erste Fälle dieser mysteriösen neuen Lungenerkrankung wurden Ende 2019 sowohl in China als auch in Norditalien gesichtet.

Die Symptome von COVID-19 werden in der Regel mit trockenem Husten und Fieber beschrieben. Dabei wird nur selten erwähnt, dass es sich bei diesen Symptomen lediglich um den klassischen Verlauf handelt. Betroffene mit diesen Symptomen suchen die Corona-Ambulanzen auf und lassen sich testen. Aber wie ist es mit Halskratzen, Übelkeit oder Durchfall, Müdigkeit und Abgeschlagenheit? Auch diese Beschwerden können ein Hinweis auf COVID-19 sein. Magen-Darm-Beschwerden waren schon bei der ersten Sars-Epidemie 2003 ein häufiges Symptom. Mittlerweile ist auch bekannt, dass Sars-Cov-2 Schäden am Nervensystem und in den Blutgefäßen verursacht. Ein typisches Symptom ist daher eine Störung bzw. ein Verlust des Geruchs und des Geschmacks.

Genauere Aussagen über den Verlauf und die Symptome werden also erst möglich sein, wenn auch Menschen ohne Beschwerden oder mit nur minimalen Beschwerden auf Sars-Cov-2 getestet werden. Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Testverfahren sind für ein Massenscreening allerdings nicht geeignet.

Bekannt ist mittlerweile, dass Sars-Cov-2 häufig zunächst den Rachenbereich befällt und sich dort in den Zellen vermehrt. Die zweite Erkrankungswoche ist dann für den weiteren Verlauf entscheidend. Befällt Sars-Cov-2 die Lunge, kann es zu äußerst schweren Verläufen bis hin zum Lungenversagen und Erstickungstod kommen. Die Viren sind derart aggressiv, dass die befallenen Lungenzellen nur noch kurze Zeit überleben. Gelangt Sars-Cov-2 auf dem direkten Weg in die Lunge, also beim tiefen Einatmen zahlreicher Viren, hat das Immunsystem kaum noch eine Chance, sich gegen die Infektion zu wehren. Der weitere Verlauf kann in solchen Fällen fatal sein. Daher ist auch so wichtig, einen ausreichenden Abstand untereinander zu halten, niemanden in das Gesicht zu niesen und bei vermuteter Erkrankung eine Atemschutzmaske zu tragen, in diesem Fall nicht zum Selbstschutz sondern zum Schutz anderer Menschen.

COVID-19 hat eine weitere gefährliche Eigenschaft. Bei einer Infektion tritt die Erkrankung erst nach einigen Tagen ein (sogenannte Inkubationszeit). Viele Infizierte haben auch keinerlei Beschwerden. Bereits in der Inkubationszeit und auch bei fehlenden Beschwerden sind die infizierten Personen aber hochgradig ansteckend. Damit ist Sars-Cov-2 ein gefürchteter und unsichtbarer Feind. Jeden kann es jederzeit treffen, ohne Vorwarnung. Die empfohlenen Maßnahmen müssen daher strikt eingehalten werden. Insbesondere der Abstand untereinander von 1.5 bis 2 m ist von größter Bedeutung.

Die weitläufig vertretene Meinung, junge Menschen und Menschen ohne Vorerkrankungen haben nichts zu befürchten, stimmt ganz und gar nicht. Todesfälle und schwere Verläufe treten in allen Altersgruppen auf. Und auch bei leichteren Verläufen ist noch nicht klar, welche Folgeschäden zu erwarten sind. Der Verlauf der Erkrankung bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Patienten unter immunsuppressiver Therapie (z.B. Kortison, Azathioprin, Methotrexat, moderne Antikörper-Therapien und viele andere Medikamente) ist vollkommen unklar. Das gilt auch für Frühschwangerschaften. Bei Kindern kann es offensichtlich zu einer schweren Gefäßentzündung, dem sogenannten Kawasaki-Syndrom kommen.